Die Gemeinschaftsschule

Die Gemeinschaftsschule orientiert sich sowohl am Leistungsprinzip als auch am Prinzip der Chancengleichheit. Sie ist eine Schule für alle Kinder, das heißt je nach individueller Fähigkeit und Neigung des Kindes werden alle Bildungsstandards (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) angeboten. Individuelles und kooperatives Lernen in heterogenen Lerngruppen führt zu bestmöglichem Bildungserfolg, der zusätzlich möglichst wohnortnah erreicht werden kann. Schulabschlüsse wie an den anderen allgemeinbildenden Schulformen sind möglich (Hauptschulabschluss und Realschulabschluss).

Schülerzentrierte Lern- und Unterrichtsformen ermöglichen, dass sich ein Maximum an individuellen Lernprozessen mit einem Optimum an gemeinsamem Lernen verbindet. Darüber hinaus findet eine Orientierung an der Berufs- und Lebenswelt statt und der enge Kontakt mit den Eltern wird zum Wohl der Kinder regelmäßig gepflegt.

Den Kern der Gemeinschaftsschule bildet die Sekundarstufe I (Klassenstufen 5-10). Der Wechsel in die Oberstufe eines Gymnasiums im Anschluss an Klasse 10 ist möglich.


Die Besonderheiten einer GMS sind:

  • keine schulartspezifische Trennung nach Klasse 4
  • längeres gemeinsames Lernen
  • späte Entscheidung über den angestrebten Schulabschluss
  • Unterricht gemäß den Bildungsstandards der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums

  • voneinander und miteinander lernen
  • gebundene Ganztagsschule

Fächer & Abschlüsse

  • Klasse 5:
    • Fächerverbund Biologie, Naturphänomene, Technik (BNT)
    • Beginn Geschichte, Englisch
  • Klasse 6:
    • Beginn Wahlpflichtfach 2. Fremdsprache Französisch fakultativ
  • Klasse 7:
    • Beginn Gemeinschaftskunde
    • Beginn Wahlpflichtfächer Technik oder Französisch oder AES
    • Beginn Biologie, Physik
  • Klasse 8:
    • Beginn Ethik
    • Beginn Chemie
    • Kompetenzanalyse mit individueller Förderung
    • Beginn Profilfach Naturwissenschaft und Technik (NwT) oder Sport (zusätzliche 3 Stunden)
    • Beginn Fach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung
  • Klasse 9:
    • Hauptschulabschlussprüfung
  • Klasse 10:
    • Realschulabschlussprüfung oder
    • Versetzung in die gymnasiale Oberstufe

Lernkonzept

  • Klassenteiler 28
  • Maximum an individuellem und Optimum an kooperativem Lernen
  • Unterricht mit Schulbüchern der Hauptschule, Realschule und des Gymnasiums

  • Diagnose der Lernvoraussetzungen
  • Lehrer auch als Lernbegleiter und Lerncoach
  • Classroom-Management: ritualisierte ruhige und intensive Lernatmosphäre
  • Regelmäßige Feedbackgespräche mit den Schülern

  • Zweimal jährlich Lernentwicklungsgespräche mit den Eltern und den Schülern
  • Attraktive und funktionale Raumgestaltung

Ganztagesschule

  • Verbindliche Ganztagesschule in Sulzbach an 3 Tagen à 8 Zeitstunden. In Sulzbach am Montag, Dienstag und Donnerstag.
  • Rhythmisierter Tagesablauf
  • Netzwerk von Partnern: Sozialarbeit, Pädagogische Assistentin, Bundesfreiwilligendienst
  • Vormittag mit zwei Bewegungspausen, betreute aktive Mittagszeit und Nachmittagsunterricht

Lernentwicklung & Leistungsmessung

  • Leistungsmessung durch differenzierende Beurteilungen über individuellen Leistungsstand
  • Bewertung der Leistungen im Lernentwicklungsbericht („Zeugnis“) in den jeweiligen Niveaustufen
  • Noten nur beim Wechsel auf andere Schulen, in Abschlussklassen oder auf Wunsch der Eltern
  • Kein Sitzenbleiben

Unterricht

Bei uns an der GMS Sulzbach arbeiten Kinder mit unterschiedlichen Begabungen und Leistungsniveaus gemeinsam in einem Klassenverbund. Um unserer heterogenen Schülerschaft gerecht zu werden und um unsere Schüler bestmöglich individuell fördern und fordern zu können, haben wir ein leistungsorientiertes Unterrichtskonzept entwickelt.

Neues Wissen wird für die gesamte Lerngruppe frontal im Rahmen einer Inputphase eingeführt. Je nach kognitiven Voraussetzungen erhalten die Schüler des Realschul- oder Gymnasialniveaus, gemäß des Bildungsplanes, gesonderte und vertiefende Inputs.

In der anschließenden individuellen Lernzeiten (ILZ) wird das neu erworbene Wissen vertieft und gefestigt. Zusätzlich bieten die ILZ-Phasen Raum für Übungsphasen, welche die Schüler in herkömmlichen Schulformen nach der Schule als Hausaufgaben erledigen müssten. Hier bearbeiten sie mit Hilfe der differenzierten Lernwegelisten verschiedene Aufgabenfelder. Dies geschieht in Einzel- oder Partnerarbeit. In explizit ausgewiesenen ILZ-Stunden können die Schüler sich aussuchen, welches Fach sie bearbeiten möchten. Um eine angenehme und produktive Lernatmosphäre zu schaffen, gilt in den ILZ-Phasen absolute Flüsterkultur.

Die Lernwegelisten der einzelnen Fächer beinhalten Aufgabenstellungen auf den drei verschiedenen Niveaustufen G, M und E. Jeder Schüler bearbeitet auf der Lernwegeliste ausschließlich die Aufgaben auf seinem Niveau. Im Anschluss muss jeder Schüler mit Hilfe eines Lösungsordners seine Ergebnisse selbständig kontrollieren und gegebenenfalls verbessern. Die GMS Sulzbach arbeitet in den Hauptfächern mit jeweils drei Lehrwerken, die an Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien Standard sind. Somit ist eine qualitativ hochwertige und passgenaue Differenzierung auf dem jeweiligen Niveau gewährleistet.

Des Weiteren sind nützliche Helfersyteme etabliert. So gibt es in jedem Fach Experten, die im Rahmen der kooperativen Lernform des Ich- du- wir-Prinzips hilfesuchenden Schülern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Während leistungsstarke Schüler ihr Wissen durch die Reproduktion des bereits angeeigneten Wissens festigen, profitieren leistungsschwächere Schüler von den Erklärungen eines Peers.

Leistungsrückmeldung

In den regelmäßig geschriebenen Lernnachweisen werden die Teilkompetenzen überprüft, welche sich die Schüler in den Lernwegelisten erarbeitet haben. Alle Schüler schreiben den Lernnachweis zum gleichen Zeitpunkt auf ihrem jeweiligen Niveau. Schüler und Eltern erhalten eine detaillierte Leistungsrückmeldung, inwieweit die einzelnen Teilkompetenzen verinnerlicht und beherrscht werden. Eine farbige Punkteskala veranschaulicht die erreichte Leistung.

Da jeder Schüler in den ILZ-Phasen individuell mit für ihn passenden Lehrwerken arbeitet, werden die Lernstände von den Lehrkräften auf vielfältigen Wegen ermittelt. Die Lernwegelisten werden in regelmäßigen Abständen auf vollständige Bearbeitung und/oder Richtigkeit kontrolliert. Die Schüler und Eltern erhalten eine Lernrückmeldung.

Die Lernentwicklungsgespräche sind ein wichtiges Element der Elternrückmeldung. In einem persönlichen Gespräch, bei dem das Kind mit seinen Stärken und Schwächen im Mittelpunkt steht, werden den Kindern und ihren Eltern die Leistungen der vergangenen Wochen rückgemeldet. Großen Wert legen wir auf eine angenehme Gesprächsatmosphäre, die beidseitige konstruktive Kritik und gemeinsame Zielvereinbarungen zulässt. Die Gespräche dauern circa 20 Minuten und finden zusammen mit den Kindern im November und Mai statt. Das Feedback der Eltern ist uns ebenfalls sehr wichtig, besteht für die Eltern die Möglichkeit uns ihre Zufriedenheit, Kritikpunkte und ihre persönlichen Anregungen mit Hilfe eines Fragebogens mitteilen zu können.

Auskünfte über die Leistungsstände der Schüler werden neben den Lernentwicklungsgesprächen in den detaillierten Lernentwicklungsberichten gegeben. Unter den Lernentwicklungsberichten versteht man die Halbjahres- und Endjahreszeugnisse. Im Vergleich zum herkömmlichen Zeugnis beinhalten der Lernentwicklungsbericht eine detaillierte Rückmeldung der erreichten fachlichen und sozialen Leistungen eines Schülers. Hierbei ist die verbale Leistungsrückmeldung ein wichtiger Bestandteil. Dabei werden die erzielten Leistungen und der individuelle Leistungsfortschritt sowie die erreichte Niveaustufe rückgemeldet. Auf Wunsch der Eltern können ergänzend Noten aufgeführt werden. Im Abschlussjahr werden grundsätzlich bei jeder Leistungsfeststellung Noten ausgewiesen. Im Anhang unseres Lernentwicklungsberichts befindet sich zusätzlich eine sehr übersichtliche Leistungsrückmeldung in tabellarischer Form.

Ob ein Schüler die geforderten Teilkompetenzen eines Faches erreicht hat und somit gut vorbereitet für den Lernnachweis ist, wird in regelmäßigen Lernchecks überprüft und rückgemeldet.

© GMS Sulzbach an der Murr